Veröffentlicht am 12. Juni 2018

Nicht im Schattenreich

Entgegen dem Klischee ist eine Pathologin oder ein Pathologe nicht täglich damit beschäftigt, Leichen aufzuschneiden oder Gewaltverbrechen aufzuklären. Sie widmen sich mit ihrer Arbeit hauptsächlich den lebenden Patientinnen und Patienten. Und das ist nicht weniger spannend.

Der Direktor des Fachbereichs Pathologie bei Vivantes, Professor Dr. Hermann Herbst, hält es weniger mit der Krimi-Unterhaltung im TV, dafür umso mehr mit anspruchsvoller Literatur. Sein Arbeitsmotto entspricht dem Titel der Autobiografie von Carl Zuckmayer: „Als wär’s ein Stück von mir“. Der Grund dafür: Rund 98 Prozent seiner Arbeitszeit verbringt Professor Herbst mit der Analyse von Gewebeproben und chirurgischen Präparaten lebender Menschen – ebenso wie seine etwa 1.400 Berufskolleginnen und -kollegen in Deutschland. Seinen Beruf übt er mit Akribie und Leidenschaft aus. Sein Anspruch: „Jedes Gewebe wie ein Unikat zu behandeln, mit hoher Sorgfalt und angemessenem Respekt. Das geschieht zum Teil während einer Operation, zum Beispiel bei einer Krebserkrankung“, erklärt Professor Hermann Herbst. Bei den sogenannten Schnellschnitten wird der Pathologie Gewebe, das während einer OP entnommen wurde, zur Begutachtung und Analyse übergeben. Innerhalb kürzester Zeit erhält das Operationsteam den Befund, und es kann über den weiteren Verlauf der Operation unter anderem auf Basis dieses Ergebnisses entscheiden. So wird hauptsächlich in der Tumordiagnostik zur Bestimmung von gut- oder bösartigen Tumoren verfahren.

Diagnose am Mikroskop

Pathologinnen und Pathologen arbeiten genau an der wichtigen Schnittstelle zwischen Diagnose und Therapie. Ohne direkten Patientenkontakt unterstützen sie ihre behandelnden Fachkolleginnen und -kollegen mit einer fundierten und sicheren Diagnose am Mikroskop dabei, die Entscheidung für die richtige Therapie des Erkrankten zu treffen. Dafür nutzen sie modernes technisches Gerät und wenden immunhistologische Methoden an. Das 100-köpfige Team von Professor Hermann Herbst vereint die Expertise aus Pathologie, Medizinisch-Technischer Laborassistenz und Sektionsassistenz. Astrid Jahn ist seit rund zehn Jahren Gruppenleiterin der medizinisch-technischen Laborassistentinnen und -assistenten (MTLA) im Fachbereich Pathologie bei Vivantes. Sie erläutert ihre Aufgaben am Mikroskop und am Mikrotom, einem Schneidegerät, mit dem man sehr dünne Schnittpräparate erstellen kann. „Wir fertigen sehr dünne Schnittpräparate und markieren das Gewebe mit Antikörpern. So ist es möglich, spezielle Strukturen oder Zellen in einem Gewebe anzufärben und sie dadurch von anderen zu unterscheiden. Auf dieser Basis erstellt der Pathologe dann Diagnosen.“ Dabei nimmt die Bedeutung der Molekularpathologie immer mehr zu: Sie umfasst molekularbiologische Untersuchungsmethoden an einem vom Pathologen nach dem entsprechenden mikroskopischen Bild ausgewählten Zell- und Gewebsmaterial. Wie auch in vielen anderen Bereichen wird die Pathologie erheblich von der digitalen Weiterentwicklung profitieren. Dazu Professor Hermann Herbst: „Mittels Scanner und Bildmanagement-Software werden Gewebeschnitte im Computer digitalisiert. Durch Nutzung dieser virtuellen und digitalen Objektträger können wir effizienter und flexibler arbeiten, unseren Aufwand minimieren und Zeit sparen.“ Die Anforderungen an das Team im Fachbereich sind hoch: Sorgfältige, präzise und schnelle Arbeit, dazu kommen kontinuierliche Fort- und Weiterbildungen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein.

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