Veröffentlicht am 10. März 2021

Mit OP-Roboter und Hochdruckwasserstrahl vergrößerte Prostata operieren – bisher einmalig in Berlin

Innovative, schonende Methode in der Urologie im Vivantes Klinikum im Friedrichshain

Mit einem Hochdruckwasserstrahl besonders präzise operieren? Ein OP-Roboter unterstützt das Team der Urologie im Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Patienten mit gutartiger Prostatavergrößerung (BPH) schonend zu behandeln. Bislang ist die Friedrichshainer Klinik für Urologie und Kinderurologie die Einzige in Berlin, die diese innovative Methode anbietet. 

Was das Verfahren so schonend macht 

Prof. Dr. Jan Roigas, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie im Vivantes Klinikum im Friedrichshain:„Diese Methode schont das umliegende Gewebe, denn sie setzt Wasser ein und verzichtet weitestgehend auf Strom oder Hitze. Der Operationsroboter trägt auf den Millimeter genau den Bereich ab, den die Operateurin oder der Operateur zuvor ultraschallgestützt festgelegt hat. Unsere bisherigen Erfahrungen decken sich dabei mit den positiven Studienergebnissen und wir sind stolz darauf, unseren Patienten diese innovative Methode anbieten zu können.“

Typische Symptome

Typische Symptome einer Prostatahyperplasie sind z.B. Schwierigkeiten, die Harnblase vollständig zu entleeren, außerdem nächtlicher Harndrang oder häufiges Wasserlassen. Diese Beschwerden können mit der Aquablation-Methode effektiv behandelt werden. Die Wirksamkeit konnte dabei in mehreren Studien (WATER I & II) eindeutig nachgewiesen werden.

Operateur*in steuert, Roboter assistiert

Bei der Behandlung wird das Prostatagewebe über eine computergesteuerte Präzisionsdüse direkt in der Harnröhre abgetragen. Dieser Prozess wird von der Operateurin oder dem Operateur gesteuert und ultraschallgestützt überwacht. Der Schließmuskel wird vor Beginn der Behandlung zystoskopisch identifiziert und während der Therapie aktiv geschützt. Die Behandlung selbst dauert nur wenige Minuten und kann sowohl in Allgemein- als auch in Spinalanästhesie durchgeführt werden. Nach der Behandlung wird die Blase vorübergehend über einen Blasenkatheter gespült und der Patient bleibt für zwei Nächte stationär in der Klinik. 

Erhalt der antegraden Ejakulation als herausragendes Merkmal

Im Vergleich zu anderen Operationsmethoden wird die sogenannte antegraden Ejakulation in mehr als 80% der Fälle erhalten. Dies wird durch einen speziellen Schnittwinkel und eine Schonung des  Mündungsbereiches der Samengänge möglich. Denn sexuell aktive Patienten belastet es häufig erheblich, wenn sie die Fähigkeit einen Samenerguss zu haben verlieren.

Einsatz nur bei gutartigen Prostatavergrößerungen

Ob die Aquablation-Methode für einen Patienten in Frage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Voraussetzung ist ein mittelgroßes bis großes Prostatavolumen (mindestens 30ml). Es darf auch kein Verdacht auf ein Prostatakarzinom bestehen.

Maximalversorgung: Urologische Klinik behandelt mehr als 2.500 Patienten im Jahr

Die Klinik für Urologie und Kinderurologie behandelt jährlich mehr als 2.500 Patienten. Schwerpunkte sind die Therapie sämtlicher Tumoren der Harn- und männlichen Geschlechtsorgane, Harnsteinleiden sowie die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung. Als Klinik der Maximalversorgung erfolgt die unmittelbare Versorgung von Patienten mit akuten urologischen Erkrankungen und nach Unfällen 24 Stunden am Tag.

 

Quelle: vivantes.de

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