Veröffentlicht am 12. Februar 2018

Das eigene Gelenk erhalten

Wenn Sie Schmerzen im Knie oder in der Hüfte haben, diese heftiger werden und nicht mehr nachlassen, dann sollten Sie unbedingt die Meinung eines Spezialisten einholen.

Obwohl die Zeiten, in denen sich der 50-jährige Justizvollzugsbeamte Ingo Elsner beim Beachvolleyball und Fahrradfahren ausgetobt hatte, schon länger zurücklagen, schmerzte sein Knie seit Längerem heftig, besonders bei Belastungen und Drehbewegungen. Ein MRT (Magnetresonanztomografie) bestätigte den Verdacht: Meniskusschaden.

Dr. Heiko Spank, Chefarzt der Klinik für Spezielle Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie am Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, riet seinem Patienten Ingo Elsner zu einer Rekonstruktion des Meniskus. „Der Erhalt des eigenen Gelenks hat viele Vorteile und sollte, wenn irgend möglich, immer im Vordergrund stehen“, erklärt der Spezialist für Knie, Hüfte, Knorpel- und Sportverletzungen, der in der Erhaltung und Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit seiner Patientinnen und Patienten eine wesentliche Kernaufgabe seiner Tätigkeit sieht.

Gelenkerhaltung oder Implantat

„Sind die Möglichkeiten einer Gelenkerhaltung allerdings erschöpft und ist die Entscheidung für eine Knie- oder eine Hüft-Total-Endoprothese (TEP) gefallen, dann gibt es im Bereich der modernen Endoprothetik, bei der Implantate das geschädigte Gelenk ganz oder teilweise ersetzen, hervorragende Alternativen“, sagt Dr. Heiko Spank und verweist auf Lösungen, die dem individuellen Bedarf und der Notwendigkeit des Patienten angepasst werden: „Schonende OP-Techniken oder individuelle Implantate ermöglichen eine optimale Wiederherstellung der Mobilisierungs- und Belastungsfähigkeit.“

Neben seiner Chefarzttätigkeit ist Dr. Heiko Spank auch Leiter des neu gegründeten Departments für Bewegungschirurgie West. Hier wird im Rahmen einer engen Zusammenarbeit mit der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie und der Klinik für Hand-, Plastische und Ästhetische Chirurgie (beide ebenfalls im AVK) sowie der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie (im Vivantes Wenckebach-Klinikum) ein breites Behandlungsspektrum abgedeckt.

Ingo Elsner konnte die Klinik bereits drei Tage nach dem Eingriff wieder verlassen. Zu Hause bewegt er sich jetzt mithilfe von Unterarmgehstützen und einer Orthese (siehe Fotos), einer Art Schiene, die das Kniegelenk entlasten und ruhigstellen soll, noch etwas mühsam vorwärts. Physiotherapeutische Maßnahmen unterstützen den Heilungsprozess. Die Belastung des Kniegelenks darf Ingo Elsner nach genauer Absprache langsam steigern, im Regelfall ist das Knie nach rund sechs Wochen mit leichten Einschränkungen wieder einsetzbar. Dann beginnt auch die ambulante Reha mit dem Trainingsaufbau. Der Hobbysportler bleibt gelassen. „Insgesamt bin ich wohl rund zwölf Wochen außer Gefecht gesetzt. Aber die Zeit muss ich mir jetzt nehmen, und es ist absehbar. Dafür habe ich mein Kniegelenk erhalten können, und das ist ein gutes Gefühl.“

Der Meniskus

Der Meniskus des Kniegelenks ist ein Faserknorpel, bestehend aus Kollagenfaserbündeln. Er hat eine Stabilisierungsfunktion zwischen dem Oberschenkelknochen und dem Schienbein. Bei der Behandlung von Meniskusverletzungen ist es wichtig, möglichst viel Meniskusgewebe zu erhalten. Die Meniskusrefixation – dabei wird ein Gewebe wieder befestigt – ist eine Methode zur arthroskopisch-operativen Behandlung von akuten Meniskusschäden. Sie ermöglicht eine Rekonstruktion und den nahezu vollständigen Erhalt der Funktion des Meniskusgewebes. Ein erfolgreicher Eingriff führt zu einer guten langfristigen Prognose für die Patientin oder den Patienten.

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